Studien

Eine aktuell abgeschlossene Studie untersucht die Akzeptanz und den Wert der Alzheimer-Risikodiagnostik für die Vorsorgediagnostik. Die Studie wird federführend von MedPrevent, einem Vorsorgezentrum in Ottobrunn bei München, das sich auf die Prävention von Demenzerkrankungen spezialisiert hat, und der Radiologie Ottobrunn durchgeführt.

Mit der Studie soll gezeigt werden, dass durch eine im ambulanten Umfeld angebotene, kurze und nicht-invasive Alzheimer-Risikodiagnostik die Bereitschaft Betroffener zur frühzeitigen Abklärung von Gedächtnisstörungen erhöht werden kann.

Hintergrund:

Viele Menschen machen sich bei ersten Anzeichen von Gedächtnisstörungen Sorgen, weil sie Angst vor einer Alzheimer-Demenz haben. Der Besuch einer Gedächtnisambulanz oder eines Facharztes bleibt jedoch häufig aus. Die Gründe sind vielfältig. Dabei beruht nicht jede Gedächtnisstörung automatisch auf der Alzheimer-Erkrankung. Viele Ursachen können bei frühzeitiger Erkennung gut therapiert werden. Hinzu kommt, dass eine dementielle Erkrankung häufig erst in einem späten Stadium diagnostiziert wird. Therapeutika, die eine verzögernde Wirkung entfalten, sind dann jedoch nicht mehr oder nur noch begrenzt wirksam. Eine rechtzeitige Abklärung bei vorliegenden Symptomen ist daher von großer Bedeutung.

Mit der Alzheimer-Risikodiagnostik kann eine Alzheimer-bedingte dementielle Entwicklung für die nächsten drei bis fünf Jahre mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden. Durch den Ausschluss können unbegründete Ängste genommen und Sicherheit gegeben werden.

Bei erhöhtem Risiko besteht ein begründeter Verdacht auf eine Alzheimer-Demenz, der durch eine ergänzende leitliniengerechte fachärztliche Untersuchung abgeklärt werden sollte. Durch die Identifizierung von Risikopatienten kann die Früherkennung einer Alzheimer-Demenz begünstigt werden.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bei Patienten mit reduziertem Risiko, Ängste und Sorgen nach der Untersuchung vermindert sind und das Wohlbefinden gestiegen ist. Überraschend ist, dass bei den Patienten mit erhöhtem Risiko Sorgen und Ängste nicht signifikant zugenommen haben und darüber hinaus sogar eine Verbesserung des Wohlbefindens angegeben wurde. „Dies relativiert, zumindest bei aktiv interessierten Patienten die vorherrschenden Aussagen, dass Patienten durch eine Alzheimer-Früherkennung eher belastet werden“, fasst der Studienleiter Dr. Oliver Bartzsch zusammen.

Etwa 90% der befragten Studienpatienten sind der Meinung, dass ihnen durch die Untersuchung eine Perspektive eröffnet wurde. Die Hälfte der Patienten mit erhöhtem Risiko entschied sich, ihre Symptome durch ergänzende Untersuchungen weiter abklären zu lassen.

Die Untersuchung stieß auf hohe Akzeptanz (94%).

Sie kommt zu der Schlußfolgerung, dass die MRT-basierte Alzheimer-Risikodiagnostik nützlich ist. Sie kann als niedrigschwelliges Untersuchungsangebot dazu beitragen, dass mehr Risikopatienten die Möglichkeiten der Alzheimer-Frühdiagnostik in Anspruch nehmen.

Die Ergebnisse der Studie werden nun im Fachblatt “Der Nervenarzt” veröffentlicht.

 

MedPREVENT - Medizinisches Zentrum für Früherkennung und Prävention

Haidgraben 2
85521 Ottobrunn (bei München)
www.medprevent-ottobrunn.de

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blau markiert: Die Hippokampus-Region

Der Hippokampus,die Hirnregion, die neue Informationen in das Langzeitgedächtnis überträgt,ist sehr früh betroffen. Mit Hilfe der Hirnvolumenvermessung können Veränderungen in dieser Region präzise vermessen werden.